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Wenn Kräfte schwinden: Umgang mit unheilbarer Krankheit

Noch vor wenigen Jahren ist Erichs Leben ein anderes: Der Wiener forscht als Mathematiker und Statistiker an der Medizinischen Universität. In seiner Freizeit ist der 55-jährige begeisterter Wanderer, Bergsteiger und Fotograf. Doch dann erkrankt Erich schwer.

Erich sitzt im Garten und trägt einen Hut. Im Hintergrund Lavendel.

Wenn jede Bewegung zum Kraftakt wird

„Mit dem Zug reiste ich einst durch ganz Österreich um alte sakrale Kunst wie das Rubertuskreuz zu fotografieren“ - Erich strahlt, wenn er von Früher erzählt. Es sind Erinnerungen, die dem Wiener Halt geben, um mit seinem Schicksal umgehen zu können. Denn all das musste Erich hinter sich lassen, als sich vor vier Jahren erste Symptome seiner schweren Erkrankung zeigten: Schwindel, Stürze, Gleichgewichtsstörungen. Fast drei Jahre sollte es bis zur Diagnose dauern: Multiple Systematrophie (MSA) Typ C, eine sehr seltene, rasch fortschreitende neurologische Erkrankung. „Nur einer von 45.000 Menschen ist betroffen“, erklärt der frühere Medizinstatistiker.

„Ich fühle mich hier gut aufgehoben und versuche trotz allem, ich selbst zu bleiben." - Bewohner Erich, HB Pflegekrankenhaus Tokiostraße

Heute ist Erich 59 Jahre. Aufgrund zunehmender Einschränkungen lebt er seit Anfang 2025 im Haus der Barmherzigkeit Tokiostraße. Hier erhält er nicht nur jene Pflege und Betreuung, die er benötigt, sondern auch wichtige Therapien, um seine Selbstständigkeit so lange wie möglich zu bewahren. Erich kämpft, auch wenn für ihn mittlerweile jede Bewegung zum Kraftakt wird.

Unheilbare Krankheit

Die Multiple Systematrophie, kurz MSA, ist eine sehr seltene neurologische Erkrankung, die in der Regel zwischen dem 40. und 60. Lebensjahr auftritt. Dabei kommt es zur Schädigung von Nervenzellen in mehreren Bereichen des Gehirns. Zu den Symptomen zählen z.B. Gleichgewichts- und Gangstörungen, Blutdruckabfall, Koordinations- sowie Sprachprobleme.

„Therapien helfen Kraft, Koordination und damit die Selbstständigkeit so lange wie möglich zu bewahren.“ - Lisa Strasser, Physiotherapeutin im HB Tokiostraße

Da die Krankheit selbst schnell fortschreitet, sind Betroffene meist auf spezialisierte Pflege, medizinische Behandlung und intensive Therapien angewiesen. Eine Rundumbetreuung, die wir im Haus der Barmherzigkeit anbieten, wie Pflegeberaterin Nicole Preiss erklärt: „In unseren multiprofessionellen Teams arbeiten wir gemeinsam daran wichtige Fähigkeiten und damit die Lebensqualität bis zuletzt zu erhalten.“ Heilbar ist MSA leider nicht, die Lebenserwartung nach Ausbruch der Erkrankung liegt bei fünf bis zehn Jahren.

Infobox: Therapien im Haus der Barmherzigkeit
Mit Physio-,Ergo- und Psychotherapien, Logopädie und weiteren Angeboten fördern wir im HBden Erhalt wichtiger Ressourcen. Helfen Sie wichtige Therapien für Betroffenesicherzustellen und ihnen trotz unheilbarer Erkrankung Lebensqualität zuschenken - bis zuletzt.

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Erich mit Therapeutin bei Therapie, er stützt sich auf ein Reck und geht ein paar Schritte.
Ein Mann nutzt einen Rollstuhl und streck die Hände nach oben bei Therapie-Einheit.
Ericht trägt einen Sonnenhut und sitzt mit einer Pflegerin im Garten. Beide lachen.
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